Glasdesignerin

Juana Martinez Trujillo de Monteiro

 

"Alle meine Glasperlen und Accesoires sind in liebevoller Handarbeit von mir gefertigt.

Jedes für sich, ist ein Unikat im zeitlosem Design."

 

 

 

 

Entstehung (m)einer Glasperle

Zur Herstellung der Glasperlen benötigt man Farbglasstäbe in transparenten und opaken Farben. Ich selber verarbeite für meine Glasperlen hauptsächlich Glasstangen die auf der Insel Murano bei Venedig, wie auch in Lauscha gefertigt werden. In der Regel werden die Stäben von zwei Personen auf langen Bahnen handgezogen und haben einen Durchmesser von ca. 4mm bis 10mm. Zur Weiterverarbeitung werden sie in Stücke von ca.30cm geteilt zwecks bessere Handhabung.

Hauptrohstoff des Glases ist Quarz, bzw. quarzhaltiger Sand. Für die Schmelze neben dem Quarz wird noch Feldspat, Pottasche oder Soda als Flussmittel und je nach Verwendungszwecken, eine Vielzahl von weiteren Zusätzen beigeschmolzen wie z.B. Metallverbindungen um farbiges Glas herstellen zu können.

Der Farbglasstab wird mit einem Brenner bei 1500°C - 1800°C erhitzt bis er an der Spitze rotglühend und zähflüssig wird. Es gibt verschiedene Brenner von verschiedenen Hersteller die mit Gas und Sauerstoff betrieben werden. Auch mit einem Eingasbrenner ist die Herstellung von Glasperlen möglich, man benötigt jedoch mehr Zeit und es können nicht alle Farben verarbeitet werden. Als Augenschutz wird eine Didymiumbrille vor Hitze, Glassplittern und zum Filtern des Feuerscheins getragen.

Der Dorn wird mit Trennmittel versehene und kurz erhitzt. Sobald das geschmolzene Glas den heißen Dorn berührt, wird dieser in einer gleichmäßgen Geschwindigkeit von Hand gedreht. Durch die Drehbewegung wird soviel Glas um diesen Dorn herum gewickelt bis die gewünschte Größe der Basisperle erreicht ist. Jetzt wird der Glasstab aus der Flamme gezogen und abgeschmolzen. Die Perle verhält sich wie Caramel und glüht, es sind nur verschiedene Rottöne zu erkennen. Der Dorn muss weiter gedreht werden, damit das flüssige Glas nicht nach unten tropft und die Perle dadurch unrund wird.

Die Basisperle entsteht. Dabei sollte man immer die Form nachkontrollieren. Durch gleichmäßiges Drehen des Dorns sowie auch kurzes Aussetzen des Drehens kann man die Glasperle in einer runde Form bringen, gegebenfalls sollte nochmals Glas aufgetragen werden, um eine gleichmäßige, runde Perle herzustellen. Die Glasperle wird kurz aus der Flamme genommen (sie hat eine Temperatur von ca.800°C), weiter gedreht und dann im hinteren, kühleren Teil der Flamme warm gehalten. Bei diesem Vorgang bekommt das Glas wieder Stabilität und kühlt leicht ab. Die Basisperle ist fertig.

Ein Muster der Glasperle kann z.B. aus Punkten bestehen. Durch kurzes Aufsetzen und sofortiges Zurückziehen des vorgewärmten Glasstabs, entstehen Glaspunkten (Dots) auf der Perle. Die Perle wird wieder, nach bedarf, solange in die Flamme gehalten und gedreht, bis die eingeschmolzen Punkte  eine Oberfläche ergeben.

Es erfordert sehr viel Geschick, Ruhe und ein gutes Augenmaß. So können verschiedene Farbpunkte übereinander, nebeneinander oder versetzt aufgebracht werden. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, die Muster können immer weiter kreiert werden, z.B. durch Luftblasen oder Aufschichtung andere Punkten. Dazu wird in die erhitzte Stelle der Glasperle mit einem Wolframstab eingestochen. Das so entstandene Loch wird mit Klarglas aufgefüllt, so dass eine eingeschlossene Luftblase entsteht.

Für filigrane Linien und "Blümchen" sowie kleine Punkte werden dünngezogene Glasstäbe verwendet, die sogenannten Stringer. Nur am Flammenrand lassen sich die Stringer gut verarbeiten. Mit viel Geduld und viel Geschick werden jetzt Punkten und Linien auf die Perle gesetzt.

Mit einem Klarglasüberzug können verschiedene Effekte erzeugt werden, wie z.B. Tiefe. Dies ist eine aufwendige Technik. Eine große Menge Klarglas sollte erhitzt werden und über die verzierte Basisperle gleichmäßig aufgetragen werden, dabei nicht zu heiß werden lassen, da sich die Muster verziehen können.

Nach dem auftragen des Klarglases, muss die Perle wieder durch gleichmäßige Drehbewegung in Form gebracht werden. . Am Ende dieses Verfahrens wird die Perle im hinteren Flammenbereich gewärmt und gedreht, bis die ersten Farben zu erkennen sind.

Die Glasperle kühlt an der Oberfläche schneller ab als ihr Kern, deshalb muss sie in ein Kühlgranulat namens Vermiculit "eingetaucht" werden oder in einem Temperofen gelegt und Kontrolliert abkühlen zu lassen, damit innere Spannungen abgebaut werden können. An der Luft würde die Glasperle wegen des zu großen Temperaturunterschiedes zerspringen.

Nach dem Abkühlen wird die Glasperle nach einem Wasserbad vom Dorn gelöst und der Perlenkanal mit einer Diamantfeile oder eines Ultraschallgerätes gereinigt.

 

 

"Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche."

 


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